Inschrift David Livingstones im uralten Baobab

Eine spannende Expedition wartet auf Sie: Reisen Sie mit Konny von Schmettau auf den Spuren David Livingstones durch Namibia und Botswana bis zu den Victoriafällen!

Verschollene Inschrift von David Livingstone wiederentdeckt

Vor 165 Jahren erreichte der berühmte Afrika-Forscher und Missionar Dr. David Livingstone erstmals das Gebiet am Linyanti im heutigen Namibia und gravierte seinen Namen in den Stamm eines uralten Baobab-Baumes. Die Journalistin und Buchautorin Konny von Schmettau entdeckte die versteckte Signatur mit ihrem kleinen Expeditionsteam am 30. August 2016 wieder.

Sangwali, Linyanti – Namen voller Geheimnis und unentdeckter Abenteuer. Schauplätze, an denen sich unverbrüchliche Freundschaften gründeten und unvorstellbare Tragödien abspielten. Historische Stätten, die den Hauch der Vergangenheit noch heute in sich tragen und den Besucher ehrfürchtig erschaudern lassen.

Sangwali, ein unscheinbarer, kleiner Ort im äußersten Nordosten Namibias, war Schauplatz historischer Begegnungen zwischen dem berühmten Missionar und Afrika-Forscher Dr. David Livingstone und dem großen Häuptling des Makololo-Stammes: Sebitwane, der einst vom Süden her über Tausende von Meilen mit seinen Männern und deren Familien bis in die Sümpfe des Linyanti gezogen war, um Schutz vor seinen mächtigen Feinden zu suchen.

Mit dem alten König der Mayeyi, Sebitwane, verband David Livingstone eine tiefer Freundschaft. Am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel erzählten die beiden so unterschiedlichen Männer sich die Geschichte ihres Lebens.

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Jahre später spielte sich hier eine Tragödie ab, mit der die Geschichte der Missionsarbeit auf dem Schwarzen Kontinent völlig neu geschrieben wurde. Noch heute weiß der Stamm der Mayeyi, die einst als Sklaven der Makololo ein leidvolles Dasein fristeten, vom bitteren Sterben einer Gruppe englischer Missionare und ihrer Familien. Sie gingen später als „Helmore-Price-Expediton“ in die Geschichte ein.

Die Missionare Holloway Helmore und Roger Price hatten gehofft, David Livingstone am Linyanti zu begegnen, doch stattdessen trafen sie auf den bösartigen Nachfolger des großen Makololo-Königs, der die ausgehungerten Expeditionsteilnehmer mit vergiftetem Fleisch tötete.

Nur drei Menschen kamen mit dem Leben davon: Der Missionar Roger Price und zwei kleine Kinder der Helmore-Familie. Sie nahmen die Tagebücher der Verstorbenen mit nach England, die ihren entbehrungsreichen Weg bis an die Ufer des Linyanti beschrieben, wo sie eine Missionsstation errichten wollten, um den Makololo und Mayeyi den christlichen Glauben zu bringen. Ein kürzlich wiederentdeckter Brief aus dem Jahre 1861 bestätigt die Tragödie.

Die Expedition

Anfang des Jahres 2015 wurde die in Namibia lebende Journalistin und Buchautorin Konny von Schmettau auf die Geschichte eines kleinen Museums in Sangwali aufmerksam und ließ es sich nicht nehmen, in den südlichsten Zipfel der Sambesi Region zu fahren, um es sich anzusehen. „Auf den ersten Blick schien es lediglich eine kleine Lehmhütte zu sein, doch als die Tür sich öffnete, verschlug es mir den Atem“, berichtet sie. Deckenhohe, handgezeichnete Karten von Studenten der Universität Bloemfontein, farbig auf stabilem Leinen explizit für diesen Raum konzipiert und gefertigt, beschreiben Ereignisse der Weltgeschichte. David Livingstones Wege durch das damals noch unentdeckte Afrika, der Zug des Makololo-Stammes aus dem Zulu-Land bis hinauf an den Linyanti und die verschlungenen Pfade der englischen Missionare. Gestiftet hatte die Urenkelin der kleinen Lizzie Helmore, eine der drei Überlebenden, dieses Museum im Jahre 1999 in Gedenken an ihre Vorfahren. Erbaut wurde es von Linus Mukwata, einem hoch gebildeter Mayeyi, der die Geschichte seines Volkes für nachfolgende Generationen erhalten will.

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Mit ihrem kleinen Expeditionsteam, bestehend aus Patrick Makumba, Induna (Ältester) der Mayeyi Sangwalis, sowie dem Nürnberger Realschullehrer Johannes Wiemann, machte Konny von Schmettau sich im August 2016 erneut auf den Weg, um die historischen Stätten aufzuspüren.

Das kleine Museum befindet sich an genau der Stelle, die Sebitwane als Dorf und Stammessitz diente. Hier, am Schilf umstandenen Seitenarm des Kwando, umgeben riesige Marula-Bäumen eine sonnige Lichtung, auf der sich seltene Vogelarten tummeln und in den Abendstunden Nilpferde grasen.

Hier hatte auch in späteren Jahren der erste Gouverneur des Caprivi, CJ Kruger, ein Rondell erbauen lassen, das er als Büro nutzte. Dessen Ruinen erkennt man noch heute im niedrigen Gras.

Unweit des kleinen Museums liegt das Grab Sebitwanes versteckt im Busch, bezeichnet lediglich durch einige Steine.

Nur 15 km entfernt liegt der Ort Malengalenga. Dort hatte Sebitwanes Sohn und Nachfolger Sekeletu seinen Stammsitz. Im Gegensatz zu seinem Vater war Sekeletu von Bösem beseelt, überliefern die Legenden der Mayeyi, die noch heute hier leben.

Die Mayeyi bezeichnen sich als Fluss-Menschen, die die Stille der Natur suchen, vom und am Wasser leben müssen, um wahrhaft glücklich zu sein: „Watari, Watati, Water – das sind die Mayeyi.“ Die Mayeyi sind friedfertige Menschen, die, so berichten die Alten, stets einen Ort suchten, an dem sie von unberührter Natur umgeben sind und keine Feinde fürchten müssen. Im Jahre 1505 zogen sie aus dem zentralen Afrika gen Süden und ereichten um 1820 das Land am Linyanti, das für sie das „Paradies auf Erden“ schien. Doch wurden sie immer wieder von stärkeren Stämmen unterworfen und letztlich auch von den Makololo. Unter Sebitwane war ihr Leben als Sklaven hart, doch bei weitem nicht so unerträglich wie unter Sekeletu, der sie sogar mit den blanken Händen weitläufige Bewässerungsgräben graben ließ.

In Malengalenga findet sich Sekeletus Grabstätte unweit seines Hauses, dessen Ruinen im Sand versteckt liegen, und wenige Kilometer vom Dorf entfernt stand der große Baum, unter dem die unglückseligen Missionare mit ihren Ochsenwagen campierten und wenig später von Sekeletu vergiftet wurden.

Auch die Furt durch den Linyanti, an der sowohl David Livingstone als auch die Helmore-Price-Expedition den Fluss überquerten, fanden sich auf der Spurensuche.

„Den Höhepunkt unserer Expedition jedoch erlebten wir am 30. August 2016, als wir durch unwegsamen Busch  fahrend den uralten Baum erreichten, den die Mayeyi „Livingstone’s Baobab“ nennen“, berichtet die Buchautorin. Hier hatte der Missionar mit seiner Frau Mary und den Kindern, unterwegs mit einem Ochsenwagen, im Jahre 1851 zwei Nächte verbracht.

Vor 40 Jahren konnte der Mayeyi Ferdinand, Besitzer des Landes, auf dem der Baobab steht, noch Teile des  Namenszuges erkennen. Dazwischen hatten immer mal wieder Spurensucher am Baumstamm danach Ausschau gehalten, aber die Verwachsungen sind enorm, und so konnte nur sorgfältiges Suchen und Abgleichen zur erneuten Entdeckung führen.

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Bei genauer Betrachtung erkennt man deutlich die Buchstaben „TO“ und rechts daneben – verwachsen, aber entzifferbar – „NE“. Linkerhand sind „G“ und „S“ in Fragmenten erhalten.

Unmittelbar über dem Nachnamen ist ein „D“ für „David“ noch klar erkennbar. Die weiteren Buchstaben sind sehr stark verwachsen.

Konny von Schmettau erzählt von ihrer großen Entdeckung: „Bei der Jahreszahl 1851 haben wir lange verglichen, aufgezeichnet und ausprobiert, bis wir sie dechiffrieren konnten. Der Strich für die 1 am Anfang ist mit der 8 zusammengewachsen (hierdurch ergibt sich eine Form, die heute als dickerer Strich ersichtlich ist); die 5 ist etwas nach unten gerutscht und der Strich für die zweite 1 wiederum rechts, etwas oberhalb der 5, zu finden.

Beim Vergleich mit der Eingravierung des Missionars Holloway Helmore im sogenannten „Chapman’s Baobab im heutigen Botswana aus dem Jahre 1859 konnte man ähnliche Verwachsungen feststellen. Leider gibt es hiervon nur noch ein Foto, da „Chapman’s Baobab“ im Januar 2016 zusammenstürzte. Wie schade, dass man nun dort nicht mehr nachforschen kann!“

Zwischen dem Namen und der Jahreszahl in „Livingstone’s Baobab“ findet sich ganz deutlich ein Kreuz und darunter vermutlich ein Wappen. Hier ist stellenweise die Baumrinde herausgebrochen. Der Form und Geschichte entsprechend könnte es sich um das Wappen der englischen Königin Victoria handeln, nach der David Livingstone auch die großen Wasserfälle des Sambesi „Mosi-oa-Tunya“ in „Victoriafälle“ umbenannte. Unter Königin Victoria und ihrem deutschen Gemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha wurde auf Livingstones dringende Intervention hin in späteren Jahren schließlich die Sklaverei in England verboten. Der Missionar verehrte seine Königin zutiefst; ein weiterer Hinweis, dass es sich um dieses Königswappen handeln könnte. Hierzu finden derzeit noch ausgiebige Quellenstudien statt.

Mit Unterstützung der EU sowie der Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaft wird das Livingstone-Museum in Sangwali derzeit renoviert. Gleichermaßen ist ein „Historischer Pfad“ geplant, der zu den historischen Stätten am Linyanti führen und Besuchern aus aller Welt Zugang gewährleisten wird. Der rund dreitausend Jahre alte „Livingstone’s Baobab“ hingegen kann ausschließlich mit einem Abgesandten der Mayeyi besucht werden, zumal der Pfad dorthin schwer zu finden ist und der einzigartige Baum unbedingt geschützt werden muss.

„Solche Expeditionen und vor allem Entdeckungen kommen selbst in meinem durch Reisen und Schreiben geprägten Leben nicht sehr häufig vor“, sagt von Schmettau. In ihren Reisebüchern „Auf Pad mit Konny“ kann man manches darüber nachlesen; wie auch die Geschichte eines historischen Fundes im Turmdach der Lüderitzbuchter Felsenkirche im Jahr 2012, als sie gemeinsam mit dem Dachdeckermeister Dietmar Pistorius und seiner Frau Evi einen ungeöffneten Brief entdeckte: Wilhelm Meckel beschreib darin die Arbeiten am Kupferdach und grüßte aus dem Jahre 1912 „mit handwerklichen Grüßen an die nachfolgenden Generationen“.

Im selben Jahr archivierte die Autorin die Exponate des Museums Oranjemund und fand dabei in einer versteckten Schublade das „Buch Null – G. Klinghardt - Deutsche Diamantengesellschaft - 1910“ wieder, das nach einem Besitzerwechsel des Museumsgebäudes als verschwunden galt.

„Mit David Livingstones wiederentdeckter Inschrift am Linyanti eröffnet sich somit wiederum ein neues Kapitel der Geschichte, die ich weiter verfolgen und recherchieren werde“, sagt sie, „wer weiß, was sich noch alles findet!“

Das Buch zum Thema

“Sangwali – David Livingstone am Linyanti" ist als erweiterte Neuauflage Anfang Oktober 2016 in Deutschland erschienen. Eine englische Sonderausgabe wurde gleichzeitig in Namibia gedruckt. Gerne sende ich Ihnen auf Wunsch eine hansignierte Ausgabe zu.  

Link zum ebook: http://www.xinxii.com/sangwali-david-livingstone-am-linyanti-neuauflage-p-372259.html