Oranjemund

Seit seiner Gründung als Arbeitercamp im Jahre 1928 war Oranjemund ein von der Öffentlichkeit abgeschlossener Ort und wurde erst Ende 2011 zur namibischen Stadt proklamiert. Die 80 km lange Schotterstraße von Rosh Pinah aus durchs Sperrgebiet gehört nun auch zu Namibia – und nicht mehr der Mine – und wird derzeit geteert.

Gemsbock in Oranjemund

Nun gehen die Stadtverwaltung unter ihrem ersten gewählten Bürgermeister Henry Edward Coetzee und die staatliche Diamantengesellschaft Namdeb vorsichtige Schritte in Richtung einer weltoffenen Zukunft und arbeitet dabei harmonisch Hand in Hand.

Blick über den OranjeEin Besuch der Stadt ist ab sofort möglich, doch muss nach wie vor eine offizielle Genehmigung eingeholt werden. Tagesbesuche sollen in naher Zukunft gewährleistet sein, doch bislang kann man nicht ohne registrierte Besuchernummer am Tor zum Sperrgebiet hin vorfahren und die Stadt bereisen. 

Da nur eine geringe Anzahl an Unterkünften für Gäste vorhanden ist, müssen Besuche entsprechend koordiniert werden. Weitere Unterkünfte, Lodges sowie ein Campingplatz außerhalb der Stadt beim Hohenfels sind in Planung. Die „geheime Stadt“ Oranjemund öffnet ihre Tore etwas zaghaft, doch wird sie schon bald als neues Touristenziel Furore machen, das ist ganz sicher.Blue Velvet Monkey

„Oranjemund – A Journey through history and modern times“ ist ein einzigartiges Reisebuch über die Geschichte der Diamantengräber und Glücksritter, das Leben der Menschen in alten Zeiten und die Entwicklung der Stadt Oranjemund bis zur derzeitigen Öffnung. Ein Stadtplan sowie eine Liste von Unterkünften, Restaurants und Bars bilden einen zusätzlichen Nutzwert.

Leseprobe
Der Spuk am Hohenfels

tl_files/namibia-aktiv/Artikel/Hohenfels Ruine kl.jpg  Wie im Dornröschenschlaf behält Oranjemund seinen eigenen
 Zauber und leben die meisten Menschen hier ein behütetes Leben 
 fernab des hektischen Weltgeschehens.
 Man genießt unberührte Natur an verborgenen Plätzen voller Idylle
 am Oranje, mit Sumpflandschaften mit einzigartigem
 Vogelreichtum, mit zerklüfteten Landschaften und Wildtieren, die
 keine Scheu vor Menschen haben und historischen Plätzen.

 Mike Alexander zählt zu den Oranjemundern, die hier geboren
 wurden und glücklich leben, und da bereits sein Vater ein
 wandelndes Geschichtsbuch war, freue ich mich sehr, dass Mike mir die historischen Plätze der Stadt zeigt und erläutert.
Auf der gegenüber liegenden Uferseite des Oranje, nahe bei Alexander Bay, lag einst die blühende Farm Beauvallon, die mit großen Gartenanlagen und Viehzucht für eine weitgehend wirtschaftliche Unabhängigkeit von Oranjemund und Alexander Bay sorgte, aber nunmehr seit vielen Jahren brach liegt.

Während Mike von Beauvallon und den Camping- und Schulausflügen dorthin aus seiner Kindheit erzählt, fährt er mit mir zu einem malerischen Platz rund 20 Kilometer nördlich Oranjemunds mitten im Sperrgebiet, wo heute noch die Ruinen eines Gebäudes stehen. Hohenfels, im Jahre 1908 von den deutschen Schutztruppen als Wach- und Grenzstation erbaut, bietet einen fantastischen Blick über den Oranje kurz vor seiner Mündung in den Atlantik. tl_files/namibia-aktiv/Artikel/Hohenfels Police Station.jpg

Nachdem es von den Deutschen verlassen wurde, machte die eine oder andere Nama-Familie den Versuch, das schöne Gebäude zu bewohnen und auch die Ehefrauen des Minenmanagers und seines Stellvertreters wurden eine Zeitlang dort untergebracht, als in Oranjemund noch keine Frauen zugelassen waren. Doch welchen Schreck bekamen sie, dass sich nachts Türen und Schränke von alleine öffneten und klapperten. Nicht einmal die besten Schreiner konnten das Problem beheben und in einer hellen Vollmondnacht blieb den beiden Damen das Herz schier stehen vor Schreck, als sie einen weiblichen Geist ohne Kopf sichteten. Welche Begebenheit steckt hinter dieser Geistergeschichte?

Ein deutscher Wachtmeister und sein Korporal waren hier stationiert und viel unterwegs, des Wachtmeisters Frau und ihre kleine Tochter lebten ein sehr einsames Leben. Die Frau starb eines Tages im Kindbett, und der Wachtmeister sandte seine achtjährige Tochter zur Schule und Ausbildung ins Namaqualand. Als das Mädchen 1914 zu seinem jährlichen Heimatbesuch nach Hohenfels kam, entdeckte es, dass die Nama-Angestellte ihres Vaters mehr als nur eine Angestellte für ihn war. Im Laufe eines heftigen Streites der beiden jungen Frauen holte die Wachtmeister-Tochter die Pistole ihres Vaters und erschoss die Nama-Frau. Deren Geist soll als „kopflose Frau“ in den Ruinen spuken, und bis heute wagt es in Vollmondnächten niemand, innerhalb der zerbröckelnden Mauern zu übernachten ...

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 „Oranjemund – A Journey through history and modern times“ ist in
 ausgewählten Buchhandlungen und Lodges in Namibia erhältlich sowie
 in Deutschland.

 Zum ebook (in Englisch) geht es hier:
 http://www.xinxii.com/oranjemund-p-369039.html

 Informationen zu Buchungen und Genehmigungen erhalten Sie gerne 
 per Email bei der Autorin Konny von Schmettau:
 info@namibia-aktiv.com